Breathwork … der Start

So, nun sitze ich also hier. Mit anderen, fremden Leuten und einem Breathwork-Coach werden wir nun also atmen. Ich habe, glaube ich, noch nie etwas so Seltsames gemacht: im Kreis mit fremden Menschen gesessen und geatmet!

Atmen, das mache ich schon seit Jahren (eigentlich sind es schon über 25 Jahre) intensiv und auch völlig bewusst, denn ich bin Musiker … Saxophonist, Flötist … ich mache das Ganze professionell. Als Bläser musst du einfach auf die Atmung achten, schon alleine des Tones wegen.

Was mache ich also hier?

Ich habe mir sagen lassen, dass Breathwork, in diesem Falle Pranayama, die Physis fördert. Und, was mich besonders interessiert: es fördert die Konzentration, schärft den Fokus und bewirkt mentale Klarheit.

Also los … Lektion 1, die Bauchatmung. Ja, die kenne ich zu Genüge. Aber das hier ist nochmal etwas Anderes. Mir wird noch mehr die Atembewegung im Körper bewusst, habe nach wenigen Atemzügen bereits das Gefühl, dass mein Körper und Geist auf angenehme Art und Weise mit Sauerstoff geradezu energetisiert werden.

Doch das war nur der Anfang.

Die zweite Übung, die ich lernen darf, ist das Bhastrika, die yogische Vollatmung. Wie soll ich dieses Gefühl beschrieben? „Energetischer Powerboost“ trifft es wohl am besten. In den nächsten Stunden und Lektionen des Breathwork-Kurses habe ich regelmäßig diese Erlebnisse, fühle mich auf eine sehr angenehme Art energetisiert, lebendiger, wacher und gleichzeitiger ruhiger und fokussierter.

Immer wieder höre ich von meinem Coach, die Übungen immer nur so intensiv und lange zu machen, wie diese angenehm sind. Nie über die eigene Grenze gehen, keinen neuen Rekord im Luftanhalten aufstellen, keine Hyperventilation bis einem schwarz vor Augen wird oder Ähnliches.

Nach – fast – jeder Übung, eine kurze Pause: „Hör’ auf deinen Körper, auf deinen Geist. Bemerke ob und wenn ja, was sich verändert hat. Aber es muss sich nichts verändert haben.“ Alles extrem „smooth“ und doch höchst wirkungsvoll.

Von Anfang an habe ich täglich das Neugelernte geübt.

Breathwork hat mich in den Bann gezogen, wie es die Musik tut.

Breathwork wurde von Anfang an zu einem Teil meines Tagesablaufs, ohne Zwang, ohne Druck. Ich will das einfach!

Nach dem Pranayamakurs war klar, ich muss Breathwork-Coach werden, möchte selbst anderen Menschen diese grandiose Disziplin beibringen.

P.S.: ein schöne Nebenwirkung des Breathwork ist für mich, dass es plötzlich mit meiner Meditationspraxis richtig gut klappt. Meditation, auch so eine Sache, die mich seit Kindesbeinen interessiert und fasziniert, ich aber nie die Möglichkeit hatte, das mal richtig zu lernen. Deshalb war ich jahrelang eigentlich nur frustriert mit meinem „Rumgesitze“ auf dem Kissen. Aber jetzt … jetzt kann ich Breathwork und die Meditation einsetzen, wie und wo ich deren Nutzen benötige oder auch in Zukunft benötigen werde!